Sonntag, 20. Mai 2007

Aller Anfang ist bemerkenswert

Irgendwann im alten Jahrtausend gab es eine Firmenfeier in der Krieau. Bei der Gelegenheit durften die geschätzten MitarbeiterInnen ein wenig Golf schnuppern. Also stellte auch ich mich damals dazu und verlangte einen Schläger. Auf die Frage rechts- oder linkshänder antwortete ich mit dem Selbstbewusstsein mehrerer Jahrzehnte Rechtshändertum: rechts.

Groß war dann die Überraschung als ich mich zum Schlag aufgestellt habend bemerken musste, dass der Schläger in die falsche Richtung schaut. Der Pro, von allen Seiten bestürmt, meinte kurz angebunden, ich solle mich einfach anders rum hinstellen, linke Hand oben, rechte Hand unten und schon passt wieder alles. So leicht war es dann aber doch nicht. So verkehrt herum war das schwingen alles andere als natürlich, ganz zu schweigen von elegant oder treffsicher. Also gings zurück zum Schuppen um einen Schläger für Linkshänder zu holen. Schon das war kein einfaches Unterfangen, aber zumindest wurde ich von der Auswahl nicht erschlagen ;-)
Am Platz war ich dann der einzige Linkshänder was zur ein oder anderen blöden Bemerkung der feierlaunigen Arbeitskollegen führte. Schon damals hätte mir klar werden müssen, dass es Linkshänder am Golfplatz nicht einfacher haben. Nach einer Stunde mehr oder weniger herumblödeln wurde dann noch bis spät in die Nacht gefeiert und es wundert mich wie (vermeintlich) gut ich mich noch an diesen ersten Golfversuch erinnern kann.

Von da an mussten mal ein paar Jährchen ins Land ziehen bis ich wieder am Golfplatz landete um mich für einen Schnupperkurs einzuschreiben. (Wie es dazu genau kam schreibe ich vielleicht ein anderes Mal.) Und seit damals, vor ca. 3 Wochen, beschäftigt mich dieses linkshänder Thema doch massiv. Kein Wunder wenn man ständig beim Lesen, zuhören und ansehen von Golf related stuff umdenken muss. Ich bin neugierig wann ich das erste Mal beim Autofahren rechts blinke und dann aber links abbiege. Ich hoffe da steht dann niemand im Weg.

Golf mit Links hat also nichts mit Tipps und Tricks zu tun die dir im handumdrehen ein besseres Handicap verschaffen, sondern erzählt von den Abenteuern vulgo Trainings eines Noobs (richtiger wäre angeblich Rabbit, allerdings bin ich weder Eminem noch verbinde ich mit Rabbit sonst irgend etwas positives also bleibe ich bei Noob oder ähnlichen Begriffen aus dem mir vertrauteren Geek-Universum) und seinem Kampf gegen das rechte Establishment wie es sich in Büchern, Videos und sonstigen Ratgebern etc. präsentiert. Teil einer Minderheit sein - wie fühlt sich das an?

Keine Kommentare: